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Vall del Madríu
Wir kehren wieder um, fahren aber nicht sofort wieder nach Les
Escaldes. Auf der
Straße, die als Touristische Route nach Spanien ausgeschildert ist, parken wir in der
Nähe eines Wanderweges. Lass uns für ein paar Stunden das Tal des Riu Madríu besuchen.

am Rande des Vall del Madríu
im Hintergrund Pic de Carroi |
Momentan weiß ich aber nicht genau, welche Besonderheit - außer dem Tal an sich - wir
uns als Wanderziel stellen. Es gibt hier so viele Möglichkeiten, sowohl Berge als auch
schöne Bergseen. Wir können auf den Pic de la Maiana (2520m) oder wir genießen den
herrlichen Blick vom Coll Jovell (1779m) auf das Tal der Hauptstadt. Vielleicht können
wir auch zum Estany Forcat oder zum Estany de l´Illa, die in einer Höhe von etwa 2500m
ü.N.N. von den Bergen von Gargantillar umgeben werden, wandern. Am besten, wir laufen
einfach mal los. Der Aufstieg beginnt sehr steil. Ein recht breiter Waldweg führt hinauf
in das Tal - die Ausdrucksweise "hinauf ins Tal" ist zwar etwas merkwürdig,
aber sie trifft zu. Der Wald aus Birken, Buchen, Tannen und Kiefern wuchert regelrecht von
den verschiedensten Blumen - Himmelschlüssel, Leberblümchen, Erdbeeren, Klee... Hin und
wieder huscht eine Eidechse, die von uns beim Sonnenbaden gestört wurde, unter einen
Stein oder in das Gras. Weiter oben wird es wirklich etwas flacher. Der Riu Madríu hat
sich hier sehr tief in die umgebenden Berge eingeschnitten und damit die Arbeit eines
früheren Gletchers fortgesetzt.

im Vall del Madríu |
Einige kleine Felder und sogar ein paar dazu gehörende Bauernhöfe werden von
Steinwällen begrenzt. So muss es wohl schon seit Jahrhunderten sein. Wir sind nun an
einer Weggabelung angelangt. Nun heißt es, sich entscheiden. Gehen wir doch einfach
weiter geradeaus in Richtung Estany de l´Illa. Auf dem Wegweiser steht eine Wanderzeit
von 3 1/2 Stunden bis dorthin. Mal sehen, ob wir es schaffen. Irgendwann stehen wir vor
einem geöffneten Tor. Anscheinend darf man nicht immer den Wanderweg nutzen. Mir ist aber
unklar, warum. Da offen ist, gehen wir einfach weiter.

Ríu Madríu |
Solche Tore tauchen noch mehrmals auf. Der Flusslauf des Madríu ändert sich ständig.
Mal fließt er ganz gemächlich dahin, mal stürzt er sprudelnd die Felsen hinunter. An
einer Stelle hat er eine Klamm geschaffen. Ganz wenig Schnee liegt hier noch in schattigen
Felsen. Zwei Camper haben etwas abseits des Weges ihr Zelt aufgeschlagen. Immer mehr und
größere Schneefelder gibt es, je weiter wir gehen. Nun ist der Weg schon kaum noch zu
sehen. Aber es gibt Fußspuren, denen wir folgen können. Offensichtlich ist hier auch
jemand mit Schneeschuhen gelaufen. Der Schnee taut sehr stark und ist deshalb auch
ziemlich nass. Bei etwa 20°C ist das auch kein Wunder.

Krokus-"Flecken" - Vall del Madríu |
Nur noch kleine Flächen sind schneefrei. Hier drängen sich die Krokusse dicht an
dicht. Halten wir kurz an und schauen wir uns um. Lass uns den Blick auf die mächtigen Berge ein
paar Sekunden genießen. (Das Laden kann eine Weile dauern!)
Bis zum Refugio Riu del Orris können wir die Schneeschuhspuren noch nutzen, um nicht so
sehr einzusinken. Ab hier ist dann Schluss. Die Schutzhütte liegt in 2230m Höhe. Ein bisschen
können wir uns ausruhen. Unser Ziel liegt nur noch wenige Kilometer entfernt. Der Schnee
ist aber doch schon sehr tief. Bei einem unüberlegten Schritt versinkt man bis zu den
Knien.

im Vall del Madríu |
Aber wenn man bei jedem Schritt erstmal den Schnee festtritt, geht es schon. Es liegen
ja auch eine Menge Felsbrocken rum. Da müssen wir eben wie die Gemsen von Fels zu Fels
springen. An einem Hügel ist dann aber endgültig Schluss. Wir müssen leider umkehren.
Vielleicht versuchen wir es später noch einmal. Treten wir also in unseren eigenen
Fußstapfen den Rückweg an. Das ist aber gar nicht so einfach. Ohne Sonnenbrille wäre es
fast unmöglich, etwas zu sehen. Bisher hatten wir die Sonne immer im Rücken. Nun blendet
sie uns aber von vorn. Der Schnee reflektiert natürlich unheimlich. Drei Stunden später
haben wir die Straße wieder erreicht. Das Auto steht auch noch und wartet auf uns. Nun
geht´s wieder weiter.
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